Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (Solo) (5 +)
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (Solo) (5 +)

Eine Verfallstudie

Mein Gammelfleisch

2015, ein Jahr der Freude, ein Grund zum Feiern! Denn vor genau 20 Jahren begann die bis heute anhaltende gemeinsame Theaterarbeit von Karl‐Heinz Ahlers, Thomas Esser und Hartmut Fiegen. Das anstehende Jubiläum bietet nun Anlass für eine Bestandsaufnahme ‐ Wo stehen wir heute mit unserer Kunst? Welchen Wert, welche Relevanz hat unsere Arbeit? Wo ist unsere Position im deutschen Theatergeschäft? Interessiert sich überhaupt noch jemand für uns in einer Theaterwelt, die immer mehr den Gesetzen der Popkultur und den diesen entsprechenden Marktmechanismen zu unterliegen scheint? 

 

Vom Blick auf die eigenen beruflichen Überlebens‐Chancen ausgehend, beleuchtet das Theater Plan B den Kosmos des Theaterschaffens, der einerseits aufgeladen ist mit hehren kunst‐elitären Ansprüchen, andererseits immer mehr abhängig ist von den marktwirtschaftlichen Gesetzen einer Leistungsgesellschaft, in der Jugend, Kraft, Hipness und Schönheit schon lange mehr zählen als Alter, Erfahrung und Gelassenheit. Der entscheidende Marktvorteil der Jugend liegt darin, dass die jungen Kräfte in Erwartung der großen Karriere dazu bereit sind, für wenig Geld rund um die Uhr zu arbeiten. Während in den Theaterbetrieben eine zunehmende Discounter‐Mentalität zu beobachten ist: Es wird versucht mangelnde Qualität (Erfahrung) durch Quantität (Arbeitseifer) wettzumachen. Den Alten droht dabei die Ausmusterung, sie gelten als zu teuer und zu wenig belastbar. Angesichts dieser ernüchternden Einsicht begibt sich das Theater Plan B auf den Prüfstand, bereit zum Leistungstest mit dem unbeugsamen Willen zur Selbst‐Optimierung – da geht

noch was!

 

Mit Karl-Heinz Ahlers, Thomas Esser, Hartmut Fiegen & Andrea zum Felde

Regie: Chris Weinheimer

Ausstattung: Katharina Philipp

 

Premiere: 26.09.2014, 20:15 Uhr im LICHTHOF Theater Hamburg

Pressestimmen:

 

“„We’re gonna have a real good time together.“ Mit diesen Worten eröffnen die Schauspieler des Plan B Theaters ihr Stück „Mein Gammelfleisch – Eine Verfallstudie“ am letzten Spieltag des „Hauptsache Frei“-Festivals im Sprechwerk Hamburg. Zum zwanzigsten Geburtstag des Plan B-Theaters wollen sich die Gründer Karl-Heinz Ahlers, Thomas Esser und Hartmut Fiegen zusammen mit Andrea zum Felde einer schonungslosen Selbstanalyse unterziehen. Denn der Markt scheint schon lange nicht mehr der zu sein, der er einmal war. Qualität steht gegen Quantität, Berufserfahrung gegen Arbeitseifer. Und die Ensembles der renommierten Schauspielhäuser werden immer jünger, attraktiver und hipper. Für die Alten ist offenbar keinen Platz. Deswegen wollen die vier Schauspieler reinen Tisch mit sich selbst und ihrer langjährigen gemeinsamen Arbeit machen. Bei ihrer festen Absicht zur Selbstverbesserung werden alle Maßnahmen in Betracht gezogen. Altersschwächen und das eigene „Gammelfleisch“ sollen mit Schönheitsoperationen optimiert werden, es werden Marktanalysen betrieben und Lebensläufe rezitiert. Die Nachfrage der Zuschauer wird ebenfalls berücksichtigt. Jeder darf die Erwartungen an den Abend auf Papierflieger schreiben und auf die Bühne werfen. Doch was als selbstoptimierendes Projekt geplant war, scheint aus dem Ruder zu laufen, und schnell wird klar – die Lage ist hoffnungsloser als erwartet. Auf die Frage, wo das Plan B Theater steht und wo es eigentlich hin will, weiß keiner der vier Protagonisten so recht eine Antwort. In ihren wechselseitigen Interviews machen sich Unmut und Pessimismus für die Zukunft breit. Schließlich sei das freie Theater finanziell nicht abgesichert. Das zu Anfang des Stückes gemachte Versprechen, dass alle Anwesenden eine gute Zeit haben werden, wird allemal gehalten. Die Schauspieler ziehen sich und ihre Branche durch den Kakao, und werden dabei vom anhaltenden Gelächter des Publikums begleitet. Mit zunehmendem Chaos auf der Bühne steigt der Unterhaltungswert des Stückes. Zum Schluss starten die Schauspieler einen letzten verzweifelten Versuch, das Projekt zu retten. In den letzten 30 Minuten soll der Abend zu etwas Besonderem werden. Die beste Lösung? Remmidemmi. Fiegen und Esser malen sich gegenseitig zu Indianergesang und unregelmäßigem Schlagzeug-Rhythmus ein Hakenkreuz und Judenstern mit Farbe auf die Brust – als eine Art „politische Bodypainting-Einlage“, wie sie selbstkritisch offenbaren. Das Publikum grölt.

Dann wird es plötzlich still auf der Bühne. Wie bei einer Selbsthilfegruppe sitzen alle zu trauriger Hintergrundmusik zusammen und lassen die letzten zwei Stunden Revue passieren. Dabei sprechen sie aus, welches Resümée Publikum und Presse wohl über diesen Theaterabend ziehen werden: es sei ein „hinreißend verzweifelter Abend, an dem die Schauspieler alles versuchten, es aber nicht hinbekamen“. Als das Licht ausgeht, wird klar, dass das Stück im Gegensatz zu der durchgeführten Selbstanalyse alles andere als gescheitert ist. Denn durch ihre gnadenlose Selbstironie und das fabelhafte Zusammenspiel der Schauspieler, das an manchen Stellen sogar wie improvisiert wirkt, begeistert „Mein Gammelfleisch – Eine Verfallstudie“ jeden Zuschauer. Das Projekt war erfolgreich – Das Ende des Plan B Theaters ist noch lange nicht gekommen.”

 

(Sophia Herzog, Macromedia Magazin 04/2015)

 

 

„Die Theatergruppe Plan B zieht blank: Nach 20 Jahren gemeinsamer Theaterarbeit treffen sich die drei Gruppenmitglieder Thomas Esser, Hartmut Fiegen und Karl-Heinz Ahlers und ihr Gast Andrea zum Felde auf der Bühne zur Bestandsaufnahme. Fragen wie: „Was haben wir erreicht?“ und „Wo wollten wir eigentlich mal hin?“ führen zu einer schonungslosen Selbstanalyse der Einstellungen, Lebensumstände und der eigenen Defizite. Aber auch die Mechanismen der Theaterszene werden auseinandergenommen: Wie muss man sich heute vermarkten, um erfolgreich zu sein? Auf einem Arbeitsmarkt, der immer mehr Discounter-Mentalität, wie sie es nennen, entwickelt, und wo Erscheinungsbild, Belastbarkeit und Hipness ein Teil des Kunstwertes sind. Wo bitte bleibt da Platz, um in Würde zu altern?

Plan B inszeniert seine Marketing-Analyse im Rahmen einer gespielten Stückentwicklung auf der Bühne. Mit eisernem Willen zur Selbst-Optimierung zieht die Gruppe alle Register der Selbstvermarktung: vom Schönheitschirurgen, der das Optimierungs-Potential mit einem Edding direkt auf dem alternden Körper markiert, bis zur Frage an das Publikum: „Was erwartet ihr eigentlich?“ Sich anbiedern kann schließlich nie schaden. Oft wirkt ihr Spiel wie improvisiert, das ist es aber nicht, und genau diese Authentizität ist die Stärke der Gruppe. Ebenso der böse Humor und die Selbstironie, mit der sie sich selbst und die Theaterszene hinterfragen um einen Weg zu finden, der ihnen entspricht. Denn neben der ganzen Erfolgs-, Profilierungs- und Selbstsucht ist offenbar kein Platz für: Alter, Gelassenheit und Erfahrung.

 

(„theatralisch“, Heft 03/15)

 

 

"Dieser Theaterabend ist eine Kampfansage. (...) Eine Sektion der freien Theaterszene. Das ist mal ein Statement! (...) Theater Plan B legt mit sauberen Schnitten die Wunden seiner Theaterarbeit frei. Die große Frage: Avantgarde und gutes Leben - geht das zusammen? Die Freie Theatergruppe macht sich ehrlich mit diesem Abend im theo des TfN. Und das ist eine ungewöhnliche, eine positive Bilanz."

 

("Hildesheimer Allgemeine Zeitung", 12.01.2015)

 

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