Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (Solo) (5 +)
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (Solo) (5 +)

Ein Theaterstück über Verfolgung und Widerstand der Swing-Jugend im Nationalsozialismus [12+]

Der Umbrella code

„Was mit Ellington anfängt, das hört mit dem Attentat auf den Führer auf.“

(Hans Reinhardt, SS-Sturmbannführer)

 

 

Hamburg im Jahr 1939: Hans, Marie und Freddy sind keine normalen Jugendlichen. Wenn sie sich nach der Schule heimlich treffen, geben sie sich Spitznamen und nennen sich wie ihre großen Idole – Duke, Ella und Louis. Denn sie lieben den Jazz in einer Zeit in der ganz Deutschland im Gleichschritt der Katastrophe entgegen marschiert und Querdenker nicht geduldet werden. Mit Mut und Leidenschaft untergraben sie den Stumpfsinn einer Nazi-Ideologie, die alles Andersartige als undeutsch und entartet verfolgt. Während die Mehrzahl ihrer Mitschüler an den Lagerfeuern der Hitlerjugend Volkslieder schmettert, lauschen Hans, Marie, Freddy und ihre Freunde den britischen „Feindsendern“. Sie bezeichnen sich als „Swing Kids“ und sind Teil einer provokativen Jugendbewegung, die ein geheimes Netzwerk von Jazz-Liebhabern in ganz Nazi-Deutschland unterhält, von Hamburg über Hannover und Köln bis nach Dresden. Dabei geht es ihnen eigentlich gar nicht um die direkte Bekämpfung der Diktatur - was sie verbindet ist die pure Freude am Swing und das tiefe Bedürfnis sich diesem jugendlichen Lebensgefühl von Freiheit und Ausgelassenheit hingeben zu wollen. Das geheime Erkennungszeichen der „Swing Kids“ ist der stets geschlossen über dem Arm getragene Regenschirm als Bekenntnis zur angloamerikanischen Lebensart. Ihre Umwelt irritieren sie durch ihre betont (nach)lässige Kleidung, mit der sie sich von der braunen Uniformität der Hitlerjugend abgrenzen. Auf ihrem tragbaren Plattenspieler spielen sie die neusten Scheiben von Duke Ellington und Louis Armstrong und provozieren ihre strammdeutschen Nachbarn durch besonders riskantes öffentliches Hören in Parks, Freibädern  oder Straßenbahnen – immer bereit zur wilden Flucht, sobald sich ein NS-Scherge nähert. Eines Tages aber endet dieses Spiel mit dem Feuer im Unglück...

 

„Wer den Swing in sich hat, ob er im Saal steht oder auf der Bühne, kann nicht mehr im Gleichschritt marschieren.“

(Coco Schumann, jüdischer Jazz-Musiker)

 

Mit Andrea zum Felde, Thomas Esser und Hartmut Fiegen

 

Regie: Karl-Heinz Ahlers

Bühne & Kostüme: Katharina Philipp

Musik: Thomas Esser, Chris Weinheimer

Video: Jürgen Salzmann

Dramaturgie: Chris Weinheimer

 

Niedersachsen-Premiere im Theater für Niedersachsen: 

Donnerstag, 16. April 2015, 18:00 Uhr, theo

PRESSE:

 

"Als "Juden-Aquarium" bezeichneten die Nazis den rundum verglasten Alsterpavillon, in dem noch bis Ende der 1930er Jahre die verpönte "Neger-Musik" gespielt wurde. Dort trafen sich auch die "Swing Kids" - Anhänger der als undeutsch geltenden Jazzmusik.

Von den Swing-Fans gab es in Hamburg besonders viele, der braune Musik-Einheitsbrei war ihnen verhasst, sie liebten Individualität, Count Basie und zudem die britische Lebensart - der stets geschlossen über dem Arm getragene Regenschirm war ihr Erkennungszeichen.

"Der Umbrella Code" vom Hamburger Theater Fata Morgana wurde am Wochenende im Monsun-Theater begeistert aufgenommen. Thomas Esser, Hartmut Fiegen und Andrea zum Felde vermitteln das von Freiheitsdurst bestimmte Lebensgefühl - als Hans, Freddy und Marie singen, tanzen und spielen sie sich durch ein Leben auf der Überholspur - aber immer mit der Angst vor Entdeckung. Trotz des offiziellen Verbots hören die drei ihre Musik heimlich. Ihr stiller Protest gegen die NS-Diktatur schlägt in öffentlichen Widerstand um, als ein Mitglied der Swing-Kids einige Vertreter der Hitler-Jugend bepinkelt...

Das 70-minütige Theaterstück ist eine kurzweilige Mischung aus Hamburger Geschichte, Musik und rasantem Schauspiel. Zur Premiere kam überraschend eine Dame, die sich als ehemaliges Swing-Kid outete und bestätigte: Ja, genau so sei es gewesen!"

 

(Hamburger Morgenpost, 6.06.2016)

 

 

 

„Zugegeben: Gemessen an den Verbrechen der Nazis wiegen Modesünden ein Leichtes. Und doch: Hans will es nicht in den Kopf: „Kackbraune Hemden und dazu diese kurzen Hosen“, seufzt er. „Das hat nichts mit Stil zu tun.“ Tja, die Swing-Kids der Hansestadt Hamburg: Marie, Freddy und Hans wissen, wie man sich kleidet. Das Hemd offen, die Haarspitzen über den Ohren. Und das Wichtigste: immer einen Schirm dabei. Geschlossen über dem Arm getragen. (...) „Der Umbrella Code“, ein Jugendtheaterstück ab 12 Jahren über Rebellion und Repression im Dritten Reich, ist wie gemacht für Theater Fata Morgana. (...) Die Helden damals hießen Duke Ellington und Louis Armstrong. Die neusten Scheiben waren so begehrt wie Schnaps auf dem Schnapsmarkt. Und wer wie Hans einen tragbaren Plattenspieler zuhause hatte, der konnte Widerstand leisten – und gleichzeitig hinreißend lässig sein. Thomas Esser spielt diesen Hans, „das wandelnde Jazz-Lexikon“, mit dem Selbstverständnis des Musik-Enthusiasten. Fliederfarbenes Hemd, Koteletten, Hornbrille – todschick und hüftsteif. Esser wechselt zwischen seinen Rollen leichtfüßig hin und her. Mal gibt er den Barkeeper im Alsterpavillon (...) und dann, gegen Ende des Stücks – spielt er einen machtbesoffenen Gestapo-Mann. So überzeugend, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt (...). Trotz allem, und das überrascht bei diesem Stoff, das Publikum krümmt sich über weite Strecken vor Lachen. Das liegt daran, dass Theater Fata Morgana die nationalsozialistische Bewegung mit Charlie-Chaplin-Slapstick aufmarschieren lassen. „Der Umbrella Code“ ist das Schelmenstück einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft. Dafür steht nicht zuletzt Hartmut Fiegen als Freddy – Schwarzhändler, Schnapsbrenner und übermütiger Tänzer. Ein Widerspruchsgeist, der nicht einmal davor zurückschreckt, auf die Hitler-Jugend zu scheißen. Und das im Wortsinne. Marie, seine Tanzpartnerin, spielt Andrea zum Felde als Swing-Cat – mit großen Augen, Bubikopf und noch größerer Stimme. Wenn zum Felde, der unvergleichlichen Ivie Anderson nachtastend, „It Don´t Mean a Thing“ (If It Ain´t Got That Swing“) von Duke Ellington singt, dann ist schon alles gesagt. Es bedeutet nichts, wenn da kein Swing ist. Ja, die Helden in diesem Jugendstück haben, was Sigmund Freud einst forderte: eine Allergie gegen den Totalitarismus. Oder anders ausgedrückt: Geschmack. Deshalb gibt es durchaus Gründe, dass Katharina Philipp die 30er-Jahre in Bühnenbild und Kostümen fast naturalistisch nachzeichnet. Hier lassen sich Figuren über den offenen Hemdknopf, den breiten Mantelkragen, den tragbaren Plattenspieler charakterisieren. So wird in diesem Jugendstück Geschichte ganz beiläufig zum Leben erweckt. Aber trotz dieser Akribie: „Der Umbrella Code“ bleibt natürlich ein Märchen des Widerstands. Nur wenige waren in dieser Zeit so tänzerisch, elegant und standfest wie Marie, Freddy und Hans. Noch weniger überlebten ihren Mut. Und doch, das ist die Pointe dieses Theaterabends, der Swing überdauerte das Tausendjährige Reich spielend. Jugendlich, großzügig, voller Übermut – auch das hat viel mit Stil zu tun.“

 

(Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 18.04.2015)

Koproduktion mit dem Theater für Niedersachsen

 

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